Ferienhaus

Sonnengelb

Neuhaus 10

93149 Nittenau

Urlaub im Oberpfälzer Wald

Rund um das Bier

 

                            

                    

 

Wissenswertes und Kurioses zum bayrischen Nationalgetränk

 

In der Scheune des Ferienhauses befindet sich ein kleines Biermuseum, welches sich noch im Aufbau befindet. Die Oberpfälzer Brauereien (derzeit 72 Stück) sollen mit ihren verschiedenen Biersorten vertreten sein, so dass ca. 500 verschiedene Biere aus der Umgebung als Endziel vorhanden sind. Des weiteren sind mit Stand vom August 2010 ca. 200 weitere bayerische, überwiegend fränkische Biere und einige ausgesuchte Biersorten aus allen Kontinenten der Erde vorhanden.

 

1. Biergärten
 

Die bayerischen Gasthöfe, Biergärten und Festzelte sind Treffpunkt für Menschen aller Generationen zum Gespräch, zum gemütlichen Beisammensitzen oder einfach um abzuschalten. Die Landschaften Ostbayerns vereinen jahrhundertealte Bier- und Brautradition, kulinarische Köstlichkeiten und barocke Kunstschätze.

Ostbayern ist das Ursprungsland des Bieres. Schon 1493 hat der Landshuter Herzog Georg der Reiche die Biersatzordnung für Niederbayern erlassen, die seit 1516 als bayerisches Reinheitsgebot bis heute Gültigkeit hat.

Nur ein paar Kilometer vom Ferienhaus entfernt ist dem erfindungsreichen Mönch Barnabas ein Denkmal geweiht. Der in Fischbach geborenene Barnabas hat mit den verschiedensten von ihm entwickelten Starkbiersorten der Fastenzeit getrotzt. Dem Landesherrn gebührte seinerzeit jährlich die erste Mass Bier.  

160 Brauereien erzeugen das Lebensmittel Bier, die ältesten Brauereien der Welt sind in Ostbayern zu Hause. Bier und Barock sind in der Benediktinerabtei Weltenburg, der ältesten Klosterbrauerei der Welt, vereint wie Himmel und Erde. Die barocke Klosteranlage ist ein architektonisches Kunstjuwel der Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam.
Ein weiterer Beweis der faszierenden Kunst der Asam-Brüder ist die Klosterkirche in
Aldersbach mit der zugehörigen Klosteranlage im Passauer Land. Und auch hier muss man die herrlich-himmlische Bierspezialitäten aus der Klosterbrauerei probieren. Im Passauer Land und im Landkreis Rottal-Inn können Sie auch auf eine "Bier-KulTour zwischen Donau, Moldau & Inn" gehen.
Kosten Sie bei einem Abstecher in die nördliche Oberpfalz beispielsweise in der Hauptstadt des Zoiglbiers
Windischeschenbach das untergärige Zoiglbier und besuchen Sie die von Georg Dientzenhofer im Barockstil erbaute Stiftsbasilika in Waldsassen. Die Spuren des Barock führen vom Dom St.Stephan in Passau zur Abteikirche in Niederalteich weiter zur Karmelitenkirche in Straubing bis zu den barocken Wallfahrtskirchen in Amberg und Freystadt.

Wer statt Kochlöffel zu schwingen lieber nur Hand ans Bierglas legt, dem sei das Kloster Mallersdorf im Niederbayerischen Hügelland empfohlen. Dort steht die einzige Bier brauende Ordensschwester am Sudkessel. Ihr frisches Helles schmeckt göttlich. Außerdem gibt’s ein gutes unfiltriertes Zoigl sowie im Mai einen hellen Bock. Und wenn die "Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie" in Mallersdorf in diesem Jahr ihr 900-jähriges Jubiläum feiern, dann springt die Schwester Braumeisterin vielleicht sogar mal über ihren eigenen Schatten: "Ein Dunkles Bier zum Fest", das wäre doch eine Sache.

Nach soviel Sehen und Staunen ist es wieder an der Zeit für eine Abstecher in einen lauschigen Biergarten....

2. Das Zoiglbier


Zoigl – das Kultbier des Oberpfälzer Waldes.

Herzen des Oberpfälzer Waldes beginnt das Alphabet für immer mehr Freunde des Bieres bei Z wie "Zoigl" und endet dann oft bei A wie "Auf Wiedersehen beim nächsten Zoigl"! Wegen der stetig steigenden Nachfrage nach dem schon ein wenig Kultstatus erlangten Bieres haben die Touristiker des Oberpfälzer Waldes einen neuen informativen Zoiglführer mit allen Zoiglorten – und wirten, dazu Wissenswertem zum Thema herausgebracht. Dazu gibt es jeweils den aktuellen Zoiglkalender, der auch auf der neuen Zoiglseite im Internet, www.zoiglinfo.de, neben all den anderen Informationen als Download eingestellt ist.

Noch vor wenigen Jahren war es ein Geheimtipp für Auswärtige, ein gelegentlicher Treff für manchen Landkreisbürger und für die wenigen noch verbliebenen Zoiglorte ein gemütliches Zusammensitzen, Brotzeitmachen und dabei dem spontan auftretenden Musikanten zuzuhören. Doch was hat es mit dieser mittelalterlichen Brautradition – in der Stadt Windischeschenbach schon seit 1455, im burggekrönten Ortsteil Neuhaus sogar schon seit 1415 nachgewiesen – wirklich auf sich?
Es handelt sich zunächst um ein Brau- und Schankrecht das von Alters her fest mit Haus und Grundstück verbunden ist. Im vergangenen Jahrhundert erlosch es praktisch in den meisten Orten, da nicht mehr ausgeübt und mangels Kommunbrauhaus nicht mehr möglich.

Damit sind wir schon bei der Zoigltradition und dem echten Zoiglbier von Kommunbrauereien, das zwischenzeitlich einen fast schon legendären Ruf weit über die Grenzen des Oberpfälzer Waldes hinaus besitzt. Echtes Zoiglbier wird nur noch in wenigen Orten des Oberpfälzer Waldes, nämlich in der Zoiglhauptstadt Windischeschenbach mit Neuhaus, in Falkenberg, nördlich Mitterteich, sowie im Markt Eslarn an der Grenze zu Böhmen, gebraut. Hier haben sich die echten Zoiglwirte unter dem Markenzeichen "Echtes Zoiglbier vom Kommunbrauer" zusammengeschlossen. Auch einige Brauereien im Oberpfälzer Wald haben den Zoigl in ihr Sortiment genommen.

3. Vor dem Zoigl sind alle gleich

Von Günter Ermlich | © DIE ZEIT 21.12.2005 Nr.52


In Windischeschenbach in der Oberpfalz wird ein ganz besonderes Bier gebraut - das Zoigl.

Der Waldi ist da. Der Schorsch und der Luck sind auch da. Und der Konny und der Didi. Alle hocken sie beim Posterer im Herrgottswinkel um den Stammtisch herum und trinken Zoigl. Im Nachbarraum genießen zwei Maler in Arbeitskluft den Feierabend neben einer Gruppe junger Männer und einem verliebten Paar in feinem Zwirn. Die Wanduhr tickt, der Emailleofen bullert. Rappelvoll ist die kleine Stube an diesem frühen Freitagabend. Zoiglwirt Günter kann das Bier gar nicht so schnell zapfen, wie es seine Frau Manuela an die Holztische schleppt. »Hier bist du immer willkommen, egal wo du herkommst«, brummt der wohlbeleibte Waldi, der früher beim Bauhof gearbeitet hat, und nimmt einen kräftigen Schluck. »Das Wichtigste ist die Geselligkeit. Da sagt man ›Servus‹, setzt sich an den Tisch und gehört sofort dazu.« Wenn man denn als Gast aus der Fremde den Oberpfälzer Zungenschlag versteht, gegen den Oberbayerisch fast schon wie Hochdeutsch klingt. Didi, Amtsrat in Bayreuth, mischt sich ein: »Egal, was einer is, ob Handlanger oder Generaldirektor, das is wurscht.« Vor dem Zoigl sind alle gleich: Es gibt keine Reservierung und keine Sitzordnung, man rückt zusammen und ist per Du. Und die süffige Halbe kostet in allen Zoiglstuben volkstümliche 1,40 Euro, die Brotzeit runde 3,50.

Der süßlich schmeckende süffige Zoigl ist männlich, er ist ein untergäriges, ungefiltertes Traditionsbier aus der nördlichen Oberpfalz. Und Windischeschenbach mit seinen 5700 Einwohnern ist das Zentrum des Zoigl. Seit dem Jahr 1455 ist hier das Braurecht verbürgt, das an Haus und Grundstück gebunden und im Grundbuch eingetragen ist. Nach wie vor betreiben die »brauenden Bürger von Windischeschenbach«, ein vereinsähnlicher Zusammenschluss, das Kommunbrauhaus, für das sie als Mitgliedsbeitrag ein »Kesselgeld« entrichten müssen. Von den 38 Anteilshabern brauen aber nur noch zehn aktiv. Ein Jahr im Voraus legen die Wirte einvernehmlich fest, wer an welchem Wochenende öffnen darf.

An diesem düsteren winterlichen Wochenende ist in Windischeschenbach jede Menge los: Es gibt eine Modelleisenbahn-Ausstellung in der Mehrzweckhalle, eine Geflügel- und Kaninchenausstellung mit Tierversteigerung in der Schulturnhalle, den Festabend zum 20-jährigen Bestehen der Siedlergemeinschaft-Frauengruppe im Oberpfälzer Hof. Aber die meisten Einheimischen tun das, was sie jedes Wochenende, sommers wie winters, am liebsten tun: »Gehn ma am Zoigl!« Kein Problem! Von Freitag bis Montag sind im Wechsel jeweils zwei Zoiglstuben geöffnet.

»Das ist ein naturbelassener Stoff wie Frischmilch«

Dann baumelt an der Stange vom Hausgiebel oder über der Eingangstür der sechszackige hölzerne Zoiglstern. Er gleicht dem Davidstern, ist das alte Handwerkszeichen der Brauer und symbolisiert die drei beteiligten Elemente Feuer, Wasser und Luft sowie die im Mittelalter bekannten Zutaten Wasser, Malz und Hopfen. Die Hefe als Brauzusatz fehlte damals noch. Seit Jahrhunderten zeigt der Stern den Weg zum Bier. Aus dem Zeiger ist mundartlich der Zeigel und später der Zoigl geworden.

Die Zoiglstuben tragen den Namen des Hauses und heißen Schlosshof und Beim Gloser, Binner und Stern, Fiedlschneider und Da Roude. Günter Zimmermann hat erst im vergangenen Sommer in seinem Geburtshaus die Zoiglwirtschaft Zum Posterer eröffnet. Als Reminiszenz an die alte Post, die hier früher war, hat er mit seiner Frau die Granitmauern gelb gestrichen und mit Postschildern und alten Kutscherlampen dekoriert. Um ihre Stube rustikal zu möblieren, sind sie über Flohmärkte gestreift, haben Holztische von Antikhändlern erworben und sogar ausrangierte Kirchbänke über eBay ersteigert. Im Hof jedoch haben sie ein modernes Kühlhaus mit Edelstahltanks für 2500 Liter gebaut. Günter, der als Projektleiter in der IT-Branche arbeitet, hat sich das Bierbrauen selbst beigebracht. Jetzt steht er einmal im Monat für vier Tage hinter der Theke, fast rund um die Uhr, vom Frühschoppen bis zum nachmitternächtlichen Absacker. Zwei Kräfte helfen in der Küche, und sein Bruder, der Metzgermeister, liefert Leberkäs, Presssack und Wurst für die Brotzeit. Auch die anderen Zoiglwirte betreiben ihre Wirtschaft nur im Nebenjob.

»Nach vier Tagen bin ich immer völlig kaputt«, gesteht Günter. Warum macht er dann den Wirt? »Wir wollen an der Zoigltradition festhalten«, sagt er und lächelt müde. Außerdem brummt seine Wirtschaft, jetzt muss er oben ausbauen, weil der Ansturm so groß ist und immer mehr Auswärtige den Zoigl entdecken. Letztens haben die Regensburger Domspatzen spontan ein paar Einlagen gegeben.

»Geh’n ma zum Roud’n am Marktplatz«. Aus Zufall sei Da Roude zu seinem Hausnamen gekommen, erzählt der Wirt Anton Heinl. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte sein Vater neben der Landwirtschaft eine kleine Zoiglstube. Eigentlich war er ja ein Schwarzer, aber einmal zog er am Stammtisch so über die Schwarzen her, dass er prompt den Spitznamen »Da Roude«, der Rote, bekam.

Die Zoiglstuben waren ursprünglich Wirtshäuser auf Zeit. Ein paar Mal im Jahr wurde das Wohnzimmer ausgeräumt, einige Tische wurden aufgestellt, fertig. War ein Zoigl gut, dann ging das wie ein Lauffeuer herum. Noch heute wird beim Roud’n die Küche der Familie bei Besucheransturm zur zusätzlichen Zoiglstube. Anton Heinl schwört auf die Qualität und die Verträglichkeit des Kommunbraubiers. Geübte Zoiglgänger können von dem bräunlich-trüben Bier mit elf bis zwölf Prozent Stammwürze locker vier, fünf Halbe trinken, ohne danach zu torkeln. »Das ist ein naturbelassener Stoff wie Frischmilch, ohne Schaum, ohne Filterung, nur mit natürlicher Kohlensäure.« Dabei trinkt er selbst gar keinen Zoigl, sondern nur Wein.

Windischeschenbach liegt in einem dünn besiedelten Landstrich an der tschechischen Grenze zwischen Fichtelgebirge und Bayerischem Wald, drum herum viel Natur, das reizvolle Tal der Waldnaab, mächtige Burgruinen, Dorfgasthöfe und als Höhepunkt die viel besuchte kontinentale Tiefbohrstelle KTB, »das tiefste Bohrloch der Welt«. In der verkehrsberuhigten Hauptstraße mit ihren farbig angestrichenen, herausgeputzten Häusern lockt der neu eröffnete türkische Imbiss mit Döner für 1,99 Euro. Die SPD wirbt im Schaukasten mit dem Plakat »Friedensmacht« noch für die Europawahl vom 13. Juni, während die CSU ein paar Häuser weiter schon mit dem Slogan »Gemeinsam Arbeit und Wachstum« für die Bundestagswahl aufruft. Der heilige Nepomuk, der Schutzpatron der Brücken, wacht – dank eines Sponsors – im Plexiglashäuschen über dem Stadtbach.

Die Wirtschaften sind die einzige Wachstumsbranche

»Wir sind ganz schlimm dran«, hatte der Waldi am Stammtisch gesagt. Man sieht es nicht, aber er meint damit die Arbeitslosigkeit in der strukturschwachen Region. Vor zwei Jahren haben die Bleikristallfabrik und die Porzellanfabrik dichtgemacht. Insgesamt kostete das tausend Arbeitsplätze, die Jüngeren ziehen weg, viele müssen pendeln. Nur der kleine Grenzverkehr zum nahen Tschechien funktioniert: Die einen fahren zum billiger Tanken rüber, die anderen holen den Sperrmüll auf Autoanhängern ab. »Die größte Wachstumsbranche sind die Zoiglwirtschaften«, sagt der 28-jährige Bürgermeister Andreas Meier. Die »einzige« wäre korrekter. Als eine der ersten Amtshandlungen hat der junge CSU-Mann Windischeschenbach zur »Hauptstadt des Zoigl« erklärt und die offiziellen Schriftstücke mit einem Logo aus Zoiglstern und zwei kleinen Bierkrügen versehen.

Das schmucklose, denkmalgeschützte Kommunbrauhaus in der Braugasse ist das Herz des Zoiglwesens. Hier werde noch wie vor 500 Jahren produziert, erklärt Heinz Lindner, der Wirt vom Stern, überm Holzfeuer in der offenen Sudpfanne. Wenn der Kamin im Brauhaus raucht und das kochend heiße Bier von der Sudpfanne ins Kühlschiff hochgepumpt wird, riecht man das im ganzen Ort. »Dann kommen die Leute ins Brauhaus gelaufen, dann gibt es im Bräustüberl kostenlos ein Bier und eine Brotzeit«, erzählt der Stern-Wirt. Gestern hat Da Roude gebraut. Jetzt fährt Anton Heinl mit dem Traktor vor, pumpt die Flüssigkeit in ein großes Fuhrfass aus Aluminium und bringt sie in den hauseigenen Gärbottich. Dort reift sie, mit Hefe versetzt, in vier bis zwölf Wochen zum schankfertigen Zoigl heran. Jeder braut sein eigenes Bier. Deshalb hat jedes Zoiglbier seinen eigenen unverwechselbaren, mal eher hopfigen, mal eher malzigen Geschmack. Um ihr Rezept machen die Bier »brauenden Bürger« ein großes Geheimnis.

Im Schatten von Burg Neuhaus und dem Butterfassturm hat Kaminkehrermeister Reinhard Fütterer seinen maroden Schafferhof mit dem imposanten, in Granit gehauenen Felsenkeller zum florierenden Großzoiglbetrieb mit mehreren Stuben und Sälen umgebaut. Zoigl ist trendy, das hat sich vereinzelt bis München, ja sogar bis Berlin herumgesprochen. Denn in diesen Wirtschaften kommt man ganz ohne Discogedudel und Fernsehen aus. Und trotzdem amüsiert sich auch die Jugend. »Geh’n ma am Zoigl!«

Im Künstlerort Kallmünz am Ufer der Naab gibt es im urigen Dorfwirtshaus "Zum Bürstenbinder" in allen Varianten leckere Schupfnudeln und dazu das gute Zoiglbier.  

Dieses untergärige, in Kommunbrauhäusern nach mittelalterlichem Braurecht eingebraute Bier ist in seiner ursprünglichen Art nur noch in wenigen Orten des nördlichen Oberpfälzer Waldes zu genießen. Dafür hat es in der Zoigl-Haupstadt Windischeschenbach mit Neuhaus sowie in Eslarn, Falkenberg und Mitterteich, wo in Kommunbrauhäusern seit bis zu 600 Jahren gebraut wird, regelrechten Kultstatus. Zoigl-Liebhaber kommen zwischenzeitlich von überall, um das von den Zoiglwirten  reihum nach einem festen Zoiglkalender geschenkte Bier zu genießen. Traditionell gehören zur echten Zoiglatmosphäre Hausmacher-Brotzeiten und Zoiglmusik, dazu gelten ungeschriebene Gesetze, z.B. das keine Tische reserviert werden und dass man sich ohne Rücksicht auf Stand und Herkunft "duzt". Hier gibt es Detailinfos zur Zoigltradition und zur Geschichte des Zoigl!


 

4. Geschichte des Bieres

Der erste schriftliche Hinweis auf ein Brauverfahren ist etwa 6000 Jahre alt. Er stammt von den Sumerern (heutiges Irak). Aus diesen Quellen geht auch hervor, dass die Sumerer ihr Bier mit Honig und allerlei Gewürzen aufpeppten. Zeitgleich entwickelte sich aber auch in Ägypten die Braukunst. Bierbrauerei war dort Staatsmonopol. Fast die Hälfte der Getreideernte verflüssigten die alten Ägypter. Bier gehörte dort neben dem Brot zum Grundnahrungsmittel. Daß wir heute soviel über das Bier wissen, verdanken wir der Tatsache, dass die Ägypter an ein Leben nach dem Tod glaubten. So gaben sie den Verstorbenen alles mit, was sie für ein Leben nach dem Tod brauchten, also auch Bier und Zutaten.

So oder ähnlich wurde früher im alten Ägypten das Bier hergestellt: Aus gemahlenem Getreide und Wasser wurde ein Sauerteig hergestellt. In offenen Öfen buken die alten Ägypter den Teig zu Brotfladen, die außen zwar eine Kruste hatten, innen aber noch roh waren. Das Brot weichte man in Wasser ein und drückte es durch ein Sieb in einen großen Bottich. Der wurde mit Wasser gefüllt, gut durchgerührt und stehengelassen. Den Gärprozeß haben dann vermutlich wilde Hefen aus der Luft oder auch manchmal zugegebene Datteln in Gang gesetzt.



5. Der Brauvorgang

1. Mälzen: Aufbereitung der Gerste und Keimung um Enzyme freizusetzen, die für den Abbau der Stärke zu Zuckern gebraucht werden und abschließendes Darren (Rösten-Trocknen).

2. Maischen: Kochen des Sudes aus Malz und Wasser (eventuell mit anderem Getreide). Bei ansteigender Temperatur wird zuerst Eiweiß und dann Stärke durch die verschiedenen Enzyme nach und nach in kleinere Moleküle (vor allem Zucker) zerlegt, das heißt verflüssigt.

3. Läutern: Abgießen und Filtern des Sudes. Man gewinnt die sogenannte Stammwürze deren Extraktgehalt (Zuckergehalt) bestimmt wird. Je höher der Stammwürzegehalt, desto gehaltvoller das Bier. Übrig bleiben die unlöslichen Bestandteile, der Biertreber.

4. Würzekochen: Die Würze wird zusammen mit dem Hopfen gekocht. Dabei fällt Eiweiß aus, die Würze klärt sich und nimmt die Bitter- und Aromastoffe des Hopfens an.

5. Filtrieren und Kühlen: Das verklumpte Eiweiß und die Hopfendolden werden ausgefiltert und die Würze auf die optimale Gärtemperatur für Hefe abgekühlt.

6. Hauptgärung: Unter Zugabe der Hefe, bei gleichbleibender Temperatur und unter Belüftung setzt die alkoholische Gärung ein. Schaum an der Oberfläche oder Hefe am Boden des Gärgefäßes werden am Ende entfernt bzw. nicht mit umgefüllt.

7. Nachgärung und Reifung: Verbliebene Zucker werden durch die Resthefe zu Kohlendioxid und Alkohol vergoren, das Bier klärt sich, Nebenprodukte der Gärung werden abgebaut, das Bier reift zu seinem vollendeten Geschmack. Davor oder danach wird abgefüllt.



6. Obergärig und Untergärig

Untergäriges Bier gärt länger und braucht auch eine längere Reifezeit zur Ausbildung seiner vollen Geschmacksharmonie. Dafür schmeckt es voller, steht klarer und strahlender im Glas und läßt sich erheblich länger lagern. Insbesondere die letztgenannte Eigenschaft hat den untergärigen Biersorten ihr überregionales und internationales Renomee verschafft. Sie konnten und können auch außerhalb ihrer engeren Heimat in immer gleichbleibender Qualität genossen werden. Weit über 80% des Bierausstoßes in Deutschland werden heute als untergäriges Bier gebraut.

Obergäriges Bier ist das ursprüngliche, unkompliziertere Bier. Es gärt schneller, kommt daher mehr oder weniger unausgereift auf die Flasche und verdirbt schneller. Aus diesem Grund ist es typisches Regionalbier und für den raschen Verbrauch bestimmt. Fast alle englischen Biere sind obergärige Biere. Sie enthalten im allgemeinen Zusätze oder müssen, wenn sie für den Export bestimmt sind, pasteurisiert werden.

 
 

7. Das Deutsche Reinheitsgebot

Das Deutsche Reinheitsgebot ist in seiner heutigen Fassung seit 1906 gültig und erlaubt ausschließlich die Verwendung von Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe. Für obergärige Biere sind auch andere Getreidemalze erlaubt. Die ursprüngliche Fassung des bayrischen Herzogs Wilhelm IV aus dem Jahre 1516 erlaubte den Zusatz von Hefe nicht, da man sie noch nicht kannte. Vor seiner Verfügung waren alle möglichen stärkehaltigen Gerstenersatzstoffe und verschiedene bitterstoffhaltige Hopfenersatzstoffe zur Bierherstellung verwendet worden. Das Reinheitsgebot war aber wahrscheinlich in erster Linie als Marktgesetz zum Schutz der bayerischen Gerstenanbauer und nicht unbedingt der Biertrinker gedacht. Seit 1993 ist in Deutschland der Einsatz von Ersatz- oder Zusatzstoffen erlaubt, die nicht dem Reinheitsgebot entsprechen. Diese Zutaten müssen allerdings klar kenntlich gemacht werden. Doch deutsche Brauereien scheuen den möglichen Imageverlust und verzichten auf die größeren Möglichkeiten der Geschmacksvariierung und der Kostensenkung. Auf diese Weise bleiben deutschen Biertrinkern außer billigeren Rohstoffen, die unschädlich wären, vor allem chemische Zusätze wie Antioxidantien, Konservierungsstoffe, Stabilisierungs- und Klärmittel, sowie Enzympräparate und gentechnisch veränderte Hefe erspart. Was das Reinheitsgebot leider nicht regelt, ist die Qualität der Rohstoffe und deren Belastung mit Pestiziden, Schwermetallen oder Nitrat. Was ebenfalls nicht verboten ist, sind künstliche Beschleunigungs-, Klärungs- und Stabilisierungsstoffe, die während des Brauprozesses wieder entfernt werden können. Ein naturbelassenes, ökologisches Bier enthält also nicht nur garantiert saubere Rohstoffe, sondern ist auf natürliche Art, ohne jegliche Hilfsmittel und meistens auch zeitaufwändiger gebraut worden.


8. Die Sage von den Bierpantschern auf der Burg Stockenfels

 

Die Burg Stockenfels ist nur einige Kilometer nur einige Kilometer vom Ferienhaus entfernt. In der Sommerzeit stellt der Burgkastellan Josef Vohburger jeden 1. Sonntag im Monat stündlich von 10 bis 16 Uhr anschaulich die Geschichte der Burg, deren Besitzer und der unrühmlichen Schandtaten mit Laienschauspielern dar. Ein Sonntagsausflug, der sich lohnt, zumal Stockenfels die Burg mit den meisten Sagen- und Geistergeschichten in Deutschland ist.

 

Auf der Burg Stockenfels, hoch auf einem Bergrücken über dem Regental gelegen, büßen allnächtlich die ihre Sünden, die das drittschlimmste Verbrechen in Bayern begangen haben. Nach Mord und Brandstiftung ist dies „Wasser ins Bier zu schütten“, so sagen es wenigstens der Volksmund und die einschlägigen Sagen und Geschichten rund um die berüchtigte Geisterburg Stockenfels, auch manchmal Bierpantscher-Walhalla genannt. Zu den Pantschern gesellen sich auch die ungetreuen Kellnerinnen, Schankkellner, Wirte und Wirtinnen, die gepantscht, schlecht eingeschenkt oder sonstwie ihre vertrauensvollen Gäste betrogen haben.

 

Pünktlich um Mitternacht öffnet sich der sonst verschüttete grundlose Burgbrunnen und eine endlos scheinende Leiter reicht von der Brunnensohle bis hoch hinauf zur Turmspitze des wuchtigen Bergfrieds. Die Stockenfelser Teufel treiben nun die armen und jammernden Seelen der Malefizianten auf die Leiter, bis Sprosse um Sprosse besetzt ist, von ganz unten bis hoch oben. Unten schenkt ein Teufel Eimer um Eimer voll Wasser und die Kette der Verbannten muss sie weiterreichen bis ganz oben, wo der Oberteufel das geschöpfte Wasser über die Burgmauer wieder ausschüttet.

Das geht so Nacht für Nacht in der Geisterstunde, und die Buße dauert in alle Ewigkeit, weil Braumalefizianten niemals Ruhe finden. Sie müssen so viel Wasser schöpfen, wie sie in ihrem Erdenleben ins Bier geschüttet und so ihre Gäste betrogen haben. Etliche sind auch namentlich bekannt, so der Schwodlbräu von Zangenstein, die Kellnerin von Stadtamhof, drei Kellnerinnen vom Hofbräuhaus, einige Bräuer von München, der Podagrawirt von Haag, der Pfleger von Aufhausen, der Bräu von Regensburg und viele andere aus bayerischen Landen.

 

Und etliche sind schon seit 300 Jahren da oben, und täglich werden es mehr. Deshalb trocknen auch die tiefen Weiher zu Füßen der Burg sogar im heißesten Sommer niemals aus, kein Wunder angesichts der Wasserläufe, die sich von der Burg allnächtlich in sie ergießen. Und es gehen viele Geschichten um von neugierigen, nächtlichen Wanderern, die unfreiwillig Zeugen der Pantscherbuße auf Burg Stockenfels wurden. Sie haben aber allesamt ihre Neugierde mit dem Leben bezahlt und schauen nun selbst allnächtlich und ewiglich das Geisterfest auf Stockenfels.

 

Der Nittenauer Festspielverein spielt dreimal jährlich auf den Burgen Hof am Regen, Stefling und Stockenfels die Sage in Form einer Geisterwanderung nach. Diese wird sowohl von Touristen als auch von Einheimischen besucht, weshalb die limitierten Karten zu diesen Vorstellungen sehr begehrt sind. Die Aufführungen sind in der Regel jeweils am ersten Wochenende im Juli, August und September.

 

 

Rund um  das Bier

www.ferien-miete.de